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Notiz 02 · Grundsatzfrage · Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit

Baukasten oder Webdesigner — was passt zu dir?

Vorweg, damit du weißt, woran du bist: Ich baue Websites beruflich — natürlich habe ich eine Meinung. Aber ich sage dir auch ehrlich, wann ein Baukasten völlig reicht. Denn nichts nervt mich mehr als Kollegen, die jedem Friseur eine 5.000-Euro-Website andrehen.

Wann ein Baukasten wirklich reicht

Hand aufs Herz: Wenn du Zeit und Lust hast, dich selbst einzuarbeiten, nur eine simple Visitenkarten-Seite brauchst („wir existieren, hier ist unsere Nummer") und dein Geschäft ohnehin über Stammkunden läuft — dann bau dir was mit Wix oder Jimdo und spar dir den Designer. Ernsthaft. Für den Sportverein, das Hobby-Projekt oder den Testlauf einer Geschäftsidee ist das der richtige Weg.

Wo der Baukasten dich Geld kostet

Kritisch wird es, wenn die Website Kunden bringen soll. Dann zählen drei Dinge, bei denen Baukästen strukturell schwach sind:

1. Gefunden werden. Baukasten-Seiten laden oft langsam und lassen dir bei den technischen SEO-Stellschrauben wenig Spielraum. Bei „Elektriker Erbach" gewinnt fast immer die schnellere, sauber aufgebaute Seite.

2. Deine Zeit. „In 30 Minuten zur Website" stimmt nur für das Grundgerüst. Rechne ehrlich: 20 bis 40 Stunden, bis es ordentlich aussieht — und du bist Meister deines Fachs, nicht des Website-Bauens. Was ist dein Stundensatz?

3. Eigentum. Die Baukasten-Seite läuft nur auf der Plattform des Anbieters. Kündigst du, ist alles weg — mitnehmen kannst du nichts. Eine vom Designer gebaute Seite gehört nach Bezahlung dir und läuft bei jedem Hoster.

BaukastenWebdesigner
Kosten über 4 Jahreca. 1.000–1.500 € (Abo)
+ deine Arbeitszeit
ca. 1.000 € einmalig
+ Hosting/Pflege
Deine Zeit20–40 Stunden2–3 Stunden (Gespräche, Feedback)
Gehört dirNein — plattformgebundenJa, nach Bezahlung komplett
EinzigartigVorlage, die tausende nutzenFür deinen Betrieb entworfen
Bei ProblemenHilfeforum & ChatbotAnruf beim Menschen, der sie gebaut hat
Der ehrlichste Vergleich: Ein Baukasten ist das Möbelpaket vom Discounter — funktioniert, wenn du selbst schrauben kannst und Standardmaße reichen. Der Webdesigner ist der Schreiner. Beim eigenen Geschäft würde ich zum Schreiner gehen — aber das sagt der Schreiner natürlich auch.

Der Mittelweg, den kaum einer kennt

Was viele nicht wissen: Es muss nicht „einmal 1.000 Euro oder Baukasten" heißen. Ich biete zum Beispiel eine Website im Abo an — 0 Euro Anschaffung, ab 99 Euro monatlich inklusive Hosting und Pflege, nach 24 Monaten gehört sie dir. Das ist preislich nah am Baukasten-Abo, aber du bekommst Handwerk statt Vorlage und musst keine Minute selbst basteln. Alle Zahlen dazu in Notiz 01.

Unsicher, was für dich passt?

Schick mir deine Situation — ich sage dir ehrlich, ob du einen Webdesigner brauchst oder ob ein Baukasten für dich reicht. Auch wenn ich dann nichts verdiene.

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